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Die Kenntnis des Lebenszyklus bestimmter Schädlinge oder Krankheiten kann Sie bei deren Bekämpfung unterstützen; dabei ist die Abstimmung der Behandlungsmaßnahmen auf das jeweilige Entwicklungsstadium entscheidend für den Schutz Ihrer Kulturen. Dies ist besonders wichtig beim Resistenzmanagement im Zierpflanzenbau, wo die Bekämpfung von Problemen wie Botrytis oder Thrips aufgrund der im Vergleich zu früher begrenzten Auswahl an verfügbaren Pflanzenschutzmitteln komplex sein kann.
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Schädlinge
Blattläuse
Es handelt sich um eine artenreiche Gruppe von Schadinsekten. Blattläuse befallen nahezu alle Zierpflanzen. Die Vermehrung erfolgt meist lebend-gebärend in raschen Intervallen von 14 Tagen. So können in kurzer Zeit große Populationen entstehen. Blattläuse ernähren sich vom Phloemsaft der Pflanzen. Der nicht verwertete Teil des Zellsaftes wird als zucker- haltiger Honigtau von den Blattläusen ausgeschieden und ist Nährmedium für Schwärze- und Rußtaupilze.
Krankheiten
Echter Mehltau
Echter Mehltau tritt vermehrt unter trockenen, warmen Stressbedingungen für die Pflanze auf. Tau in den Morgenstunden reicht zur Sporenkeimung aus. Die gebildeten Haustorien dringen meist nur in die obere Zellschicht ein und befallen in der Regel die Blattoberseite sowie Stängel und Knospen. Das weiß-mehlige Mycel breitet sich sternförmig aus. Die unterschiedlichen Arten des Echten Mehltaus sind stark wirtsspezifisch. Durch den vorbeugenden Schutz der Epidermis kann eine gute Prophylaxe betrieben werden.
Krankheiten
Falscher Mehltau
Ein cremeweißes bis hellbraunes Mycel auf der Blattunterseite ist das typische Merkmal einer Infektion mit Falschem Mehltau. Falsche Mehltaupilze zählen zu den Oomyceten. Sie können durch die Spaltöffnungen bis in tiefere Schichten der Pflanze vordringen und durch die Leitbündel weitere Pflanzenregionen befallen. Bei warm-feuchter Witterung, bildet sich auf der Blattunterseite das typische abgrenzende Mycel in den Interkostalfeldern, welches sich rasch ausbildet. Falsche Mehltaupilze können große Schäden in Beständen verursachen.
Krankheiten
Grauschimmel
Grauschimmel ist wohl der bekannteste Schadpilz an oberirdischem Pflanzengewebe in Zierpflanzen. Er infiziert vor allem geschwächtes und verletztes oder sehr weiches Pflanzenmaterial. Das Auftreten von Grauschimmel wird durch lange Blattfeuchte gefördert. Dichte Pflanzenbestände, Taubildung durch Temperaturschwankungen und geringe Lichteinstrahlung erhöhen das Befallsrisiko. Besonders problematisch ist Grauschimmel in der Stecklingsvermehrung. Wichtig: Grauschimmel ist oft Auslöser und Eintrittspforte für weitere Schadpilze an befallenen Pflanzen.
Schädlinge
Minierfliegen
Zuerst sind die, von den Fliegen verursachten kleinen, stecknadelgrossen Einstichstellen, kaum sichtbar. Die Minierfliegen legen ihre Eier in die Epidermis der Blätter ab. Durch die sich im Blatt entwickelnde Larve entstehen geschlängelte Fraßgänge (Minen), welche die Pflanze irreparabel schädigen. Zu beachten ist, dass Minierfliegen auch auf Unkraut, unter Kulturtischen oder an Beeträndern überdauern.
Krankheiten
Phytophthora/Pythium
Ebenfalls zu den Oomyceten gehörend befallen Phytophthora und Pythium vornehmlich den Wurzelraum. Bei Pythium sind die unteren Partien der Wurzeln geschädigt. Die äußere Schicht der Wurzel lässt sich leicht abziehen, wobei nur der Zentralzylinder der Wurzel stehen bleibt. Bei Phytophthora werden ganze Wurzelpartien braun und können absterben. Oftmals verlagert sich bei Phytophthora die Infektion aufsteigend bis in die unteren Triebe. Stark schwankende Feuchtigkeit im Wurzelraum sowie stehende Nässe bei fehlender Drainage fördern den Befall dieser Pilzgruppe.
Schädlinge
Raupen
Hierbei handelt es sich um eine Gruppe verschiedener Raupenarten, die sich später zu einer Vielzahl von Faltern und Motten entwickeln. Daher sind Raupen in Ihrer Größe, Farbe und Aussehen sehr verschieden. Allen gemeinsam ist die Fraßtätigkeit an weichem Blatt- und Stängelgewebe. Ein deutlicher Hinweis auf Raupenfraß sind hinterlassene Kotkrümel. Raupen sind meist am Abend oder in der Nacht aktiv, was ihr Auffinden am Tag oft erschwert.
Krankheiten
Rhizoctonia solani
Bei Rhizoctonia befällt den Wurzelhals und insbesondere junges Pflanzenmaterial in dichten Beständen. Nach der Infektion wird ein weißes fadenartiges Mycel auf der Substratoberfläche sichtbar. Ungünstige Bedingungen wie hohe Substrat- und Luftfeuchte, ein hoher Salzgehalt im Substrat oder mangelnde Hygiene fördern den Befall. Rhizoctonia ist oftmals in Vermehrungenund Jungpflanzen zu finden.
Krankheiten
Rostpilze
Rost ist eine Pilzkrankheit mit einer Vielzahl von Gattungen und Arten. Rostpilze können das ganze Jahr im Freiland und im Gewächshaus auftreten. Auf den Blättern bilden sich, braune bis orangene Flecken. Im späteren Verlauf entwickeln sich auf der Blattunterseite die typischen, hervorstehenden Rostpusteln. Wie beim Echten Mehltau, kommt auch hier einem vorbeugenden Schutz der Epidermis eine wichtige Bedeutung zu.
Schädlinge
Spinnmilben
Spinnmilben sitzen meistens auf der Blattunterseite und schädigen die Pflanze, indem sie einzelne Zellen anstechen und diese aussaugen. Bei Befallsbeginn entstehen weiß-gelbe Sprenkel, die später zu flächigen fahlgrünen Aufhellungen werden. Zu ihrem Schutz und zur Verbesserung ihres Mikroklimas leben Milben oft in zarten Gespinsten. Hohe Temperaturen und trockene Luft fördern den Befall. Spinnmilben treten oftmals in Befallsnestern im Bestand auf.
Schädlinge
Thripse
Adulte und vor allem die Larven halten sich vorzugsweise in Triebspitzen und Blütenknospen auf. Die Eier werden ins Pflanzengewebe abgelegt und entwickeln sich über zwei saugende Larvenstadien zur Pränymphe und Nymphe. Durch die Saugtätigkeit entstehen helle Ablösungen an den Blättern und Deformationen im Laub. Dunkle Kotflecken sind auf dem Laub zu finden. Eine rechtzeitzeitige Schadkontrolle ist bereits bei Kulturbeginn mit dem Anbringen von Blautafeln durchzuführen.
Schädlinge
Weiße Fliege
Aufzufinden sind die bis zu 1,5 mm großen Weißen Fliegen auf der Blattunterseite. Die Eier und Larvenstadien entwickeln zum Schutz einen sog. festen Deckel, unter dem sie durch Saugtätigkeit die Kulturpflanzen schädigen. Speziell in geschlossenen Pflanzenbeständen ist die Gefahr von einem starken Befall sehr hoch. Im Gewächshaus überwintern verschiedene Arten der Weißen Fliegen auch bei sehr niedrigen Temperaturen. Wie bei den Blattläusen führt das Saugen der Weißen Fliege zu Blattnekrosen und Rußtaubildung nach Honigtauausscheidung. Die Kontrolle mittels Gelbtafeln muss bereits zu Kulturbeginn erfolgen.